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Wie Tennis-Point den europäischen Markt eroberte

Wie Tennis-Point den europäischen Markt eroberte

Wer heute in Europa Tennis spielt, kommt an Tennis-Point kaum vorbei. Das Unternehmen hat sich von einem kleinen Fachgeschäft zum führenden europäischen Einzelhändler für Schlägersportarten entwickelt und ist in mehr als 31 Ländern fest etabliert. Insbesondere in Märkten mit Zollgrenzen wie der Schweiz und Grossbritannien hat Tennis-Point bewiesen, dass grenzüberschreitender Versand mit dem richtigen Partner kein Hexenwerk ist. Olaf Koch, EVP Logistics bei Tennis-Point, gewährt uns einen exklusiven Blick hinter die Kulissen ihres E-Commerce-Erfolgs und erklärt, wie sie gemeinsam mit MS Direct eine nahtlose grenzüberschreitende Logistiklösung aufgebaut haben. 

Olaf Koch ist seit Anfang 2018 EVP Logistics bei Tennis-Point und verantwortlich für alle Logistikprozesse des Unternehmens, darunter Lagerhaltung, Retourenmanagement, Transport, Verpackung und Zollabfertigung. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Logistik, die bis ins Jahr 1998 zurückreicht, hat er zuvor beim Aufbau von Logistikstandorten bei Adidas und Gerry Weber mitgewirkt. 

Olaf Koch, EVP Logistics Tennis-Point

Von Tennisspielern für Tennisspieler

Wenn es einen Faktor gibt, der den Erfolg des grössten Anbieters von Tennisausrüstung in Europa ausmacht, dann ist es das Zusammenspiel zwischen einem umfangreichen Sortiment für ambitionierte Anfänger bis hin zu Profis, einer kundenfreundlichen Preisstruktur und einer echten Leidenschaft für den Sport auf dem Platz. 

Seit über 25 Jahren steht Tennis-Point für echte Nähe zur Tennis-Community. 1999 als kleines Fachgeschäft gegründet, hat sich Tennis-Point in mehr als zwei Jahrzehnten zu Europas führendem Tennis-Einzelhändler entwickelt. Heute hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in Deutschland, ist europaweit tätig und betreibt neben seinem schnell wachsenden Online-Geschäft auch 31 Einzelhandelsgeschäfte. 

Mit seiner stetigen Expansion hat Tennis-Point im Laufe der Jahre umfassende und gut strukturierte grenzüberschreitende Logistikprozesse aufgebaut, die auch in komplexeren Märkten wie der Schweiz und Grossbritannien ein nahtloses Kundenerlebnis gewährleisten. 

Olaf, wie sieht das Geschäftsmodell von Tennis-Point genau aus?

„Tennis-Point ist heute weit mehr als nur ein Online-Shop für Tennisausrüstung. Unser Sortiment deckt mittlerweile die gesamte Welt des Schlägersports ab – neben Tennis auch Padel und Pickleball, ergänzt durch die Kategorie Running. Gleichzeitig setzen wir mit strategisch ausgewählten Ladenstandorten und Vorteilsprogrammen zur Förderung des Tennissports bewusst auf Kundennähe. 

Der Schwerpunkt unseres Geschäfts liegt jedoch eindeutig auf dem E-Commerce. Mit mehr als 250 Millionen Webshop-Besuchern und Lieferungen in über 200 Länder erzielen wir rund 80 Prozent unseres Umsatzes im Online-Vertrieb. Europa bleibt unser zentraler Markt, wo wir daran arbeiten, unsere Führungsposition weiter auszubauen. In Mittel- und Westeuropa verfolgen wir für die kommenden Jahre ehrgeizige Wachstumspläne.” 

Wie sieht Ihre Wachstumsstrategie aus?

“Wir planen, unsere Präsenz in der DACH-Region sowie in Frankreich, Italien und Spanien weiter auszubauen. Das bedeutet einerseits, mehr Filialen zu eröffnen und unser Engagement in diesen Zielländern zu verstärken – und andererseits, das Einkaufserlebnis im Online-Geschäft zu optimieren. 

Auch im Schweizer Markt sehen wir erhebliches Potenzial, um unseren Umsatz in den kommenden Jahren deutlich zu steigern. Unsere Logistik ist bereits so optimiert, dass unsere Kunden die Zollgrenze nicht bemerken. Jetzt wollen wir jedoch an unserem Online-Shop arbeiten und Vorteilsprogramme einführen, die bisher nur auf dem EU-Markt verfügbar waren.” 

Wie konnte eure Logistik dieses Wachstum unterstützen?

“Es ist fast kaum zu glauben, dass Tennis-Point vor 26 Jahren als kleines Einzelhandelsgeschäft in Deutschland begann und in den Anfangsjahren einen Katalogversand per Fax betrieb. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Filialen hinzu und das Online-Geschäft wurde kontinuierlich ausgebaut. 

Wir verfolgen eine zentrale Lager- und Versandstrategie – das heisst, wir beliefern alle Länder von einem einzigen Standort aus. Um dies zu erreichen, haben wir unsere Logistik in Herzebrock mehrfach optimiert, ein AutoStore-System aufgebaut und mehrfach erweitert. Heute sind über 100 Roboter auf mehr als 12.000 Quadratmetern Logistikfläche im Einsatz. 

Ein besonderer Schwerpunkt beim Ausbau unserer Logistik lag auf unseren grenzüberschreitenden Märkten. Hier wenden wir das Delivery Duty Paid-Prinzip an: Alle Preise sind Endpreise, in denen Zölle und Einfuhrumsatzsteuer bereits enthalten sind. Bei unserem Eintritt in die Schweiz im Jahr 2018 haben wir uns auf die Unterstützung von MS Direct verlassen, das heute die kompletten Versand- und Verwaltungsprozesse für die Schweiz und Grossbritannien abwickelt.” 

Wie hat MS Direct Sie beim Aufbau eurer Cross-border-Prozesse unterstützt?

“Uns war von Anfang an klar, dass wir einen Experten für den Schweizer Markt brauchten. MS Direct hat uns bei unserem Markteintritt umfassend beraten und die logistischen und administrativen Zollprozesse für uns eingerichtet. 

Damals war unser grenzüberschreitendes Geschäft noch klein. Heute sind wir gemeinsam mit MS Direct in diese Märkte hineingewachsen. Mit steigenden Volumina kamen neue Herausforderungen hinzu – insbesondere Retouren. Aber auch dafür hatte MS Direct die richtige Lösung: Unsere Retouren werden nun täglich vor Ort bearbeitet, verzollt und an uns zurückgeschickt. Die Kunden erhalten ihre Rückerstattung am Tag nach der Prüfung – das ist ein echter Bonus für sie und ein starker Wettbewerbsvorteil für uns. 

Auch während des Brexits im Jahr 2021 erwies sich das Fachwissen von MS Direct als unschätzbar. Sie reagierten frühzeitig, fanden die richtigen Partner und richteten uns in Grossbritannien genauso ein wie in der Schweiz – mit einer dedizierten Direktverbindung, täglichen Abholungen, Zollabfertigung und anschliessender Last-Mile-Zustellung mit einem lokalen Retouren-Hub. Darüber hinaus konnten wir frühzeitig vom komplexen Zollabfertigungssystem für hochwertige und geringwertige Waren in Grossbritannien profitieren. 

Wir arbeiten nun seit vielen Jahren eng mit dem Team von MS Direct zusammen und haben einen echten Partner gefunden, auf den wir uns verlassen können. Sie haben uns gezeigt, dass grenzüberschreitender Handel mit dem richtigen Partner kein Geheimnis ist.” 

Wo siehst du die grössten Herausforderungen im grenzüberschreitenden E-Commerce?

“Meine ehrliche Meinung: Mit dem richtigen Partner ist die grenzüberschreitende Logistik heute nicht komplizierter als der Versand innerhalb der EU. Schliesslich gibt es auch in EU-Ländern spezielle Vorschriften, die mit Verwaltungsaufwand verbunden sind – wie beispielsweise die Verpackungsverordnung in Frankreich. Und wer bereits in EU-Länder ausserhalb der Eurozone liefert, ist mit den Herausforderungen der Währungsumrechnung vertraut. 

Meiner Erfahrung nach liegt die grösste Herausforderung im grenzüberschreitenden E-Commerce in der Kostenkontrolle. Logistik kostet Geld – und um profitabel zu bleiben, müssen die Prozesse reibungslos laufen und die Produktdaten ordnungsgemäss gepflegt werden. Es ist schwierig, einen Produktpreis festzulegen, wenn ich nicht im Voraus abschätzen kann, was mich die Einfuhr in das jeweilige Land kosten wird. 

Besonders komplex ist die Preisgestaltung im Vereinigten Königreich. Die Zölle sind wertbasiert – wer seine Produktdaten nicht ordnungsgemäss pflegt und falsch klassifiziert, riskiert unnötige Kosten. In der Schweiz ist dies seit diesem Jahr einfacher geworden – jetzt gilt nur noch die Einfuhrumsatzsteuer. 

Mein Fazit: Wer sich vor allem dem grenzüberschreitenden Versand in die Schweiz oder nach Grossbritannien nähern möchte, braucht vor allem eines – einen klaren Plan, zuverlässige Daten und den richtigen Partner an seiner Seite. Die Nachfrage in diesen Märkten ist vorhanden – und sie lohnt sich.” 

Die Erfolgsformel im Cross-border E-Commerce neu denken

Seit Jahren unterstützt MS Direct erfolgreich Einzelhändler beim Eintritt in Märkte mit Zollgrenzen – vor allem in der Schweiz, Grossbritannien und Norwegen. Der Fokus lag dabei stets darauf, möglichst reibungslose Prozesse für die Endkunden zu schaffen – und den Aufwand für die Einzelhändler selbst so gering wie möglich zu halten. 

Mit zunehmender Digitalisierung und wachsenden Anforderungen im E-Commerce hat MS Direct nun sein bewährtes grenzüberschreitendes Konzept weiterentwickelt. Unter der Leitung von Eva Tyssen, VP Product & Customer Success, entstand CrossborderX – eine modulare Lösung, die diesen Sommer offiziell eingeführt wurde. 

Eva, was war das Leitprinzip bei der Entwicklung von CrossborderX?

“Wir wollten eine Lösung schaffen, die den gesamten grenzüberschreitenden Versand- und Retourenprozess abdeckt. Unser Ziel war es, eine modulare Versandplattform zu entwickeln, die sich flexibel an die Bedürfnisse der Einzelhändler anpassen lässt. Einige benötigen nur Unterstützung bei der Zollabfertigung oder der Retourenabwicklung, andere suchen nach einer Transportlösung, wieder andere benötigen das Komplettpaket – und genau das bietet CrossborderX. 

Die Grundlage war bereits vorhanden. Wir verfügten bereits über das Know-how in der Zollabfertigung sowohl auf EU- als auch auf Drittlandseite sowie über langjährige Erfahrung in der Retourenabwicklung und Transportplanung. Was uns noch fehlte, war eine eigene integrierte Technologie, die alles modular miteinander verbindet. Mit CrossborderX bieten wir nun ein System, das alle Prozesse abbildet.” 

Was genau bietet Ihre neue Versandplattform?

“Im Wesentlichen decken wir den gesamten grenzüberschreitenden Prozess für Online-Händler ab: von der Stammdatenpflege über die Zollabfertigung, die vollständige Transportplanung und die Besteuerung bis hin zu Retouren und dem Carrier Performance Management. 

Die Anpassbarkeit ist dabei der zentrale Aspekt. Das zeigt sich besonders bei der Transportlösung: Wir können sowohl dedizierte als auch konsolidierte Routen in die Schweiz, nach Grossbritannien en und Norwegen organisieren – vom Lager bis zum Endkunden. Unsere Plattform bietet Zugang zu allen relevanten Spediteuren, und mit unserem Sortierzentrum können wir bei Bedarf auch die Umetikettierung übernehmen und einen versandkostenoptimierten Versand anbieten. Ergänzt wird das gesamte Servicepaket durch eine umfassende Echtzeit-Sendungsverfolgung für alle Sendungen und ein umfassendes Leistungs-Dashboard für eine verbesserte Spediteurbewertung in allen Ländern. 

Kurz gesagt: Mit unserer ganzheitlichen Lösung wird der grenzüberschreitende Handel mühelos und ermöglicht es Online-Shops, mit minimalem Aufwand von lukrativen Märkten wie der Schweiz, Grossbritannien und Norwegen zu profitieren.” 

Gemeinsam über Grenzen hinweg wachsen

Ob Schweiz, Grossbritannien oder Norwegen – wer über klare Prozesse, zuverlässige Partner und die richtige Lösung verfügt, kann die Chancen des grenzüberschreitenden E-Commerce voll ausschöpfen. Mit CrossborderX bietet MS Direct Online-Händlern ein flexibles Tool, um diesen Schritt zu gehen – transparent, unkompliziert und ohne unnötige Hürden. Wer expandieren will, sollte nicht auf den richtigen Moment warten – sondern auf die richtige Lösung setzen.