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Verzollung im E-Commerce: Korrekte Abwicklung für die Schweiz, UK und Norwegen

Verzollung im E-Commerce: Korrekte Abwicklung für die Schweiz, UK und Norwegen

Wer als Online-Shop in die Schweiz, nach UK oder nach Norwegen liefert, verlässt den EU-Binnenmarkt und muss länderspezifische Zoll- und Steueranforderungen erfüllen. Die Schweiz erhebt Einfuhrsteuer grundsätzlich auf importierten Waren. Steuerbeträge bis CHF 5 werden nicht erhoben, was einer Bemessungsgrundlage von CHF 62 beim MWST-Satz von 8.1% oder CHF 193 beim MWST-Satz von 2.6% entspricht. UK arbeitet seit dem Brexit mit einer zentralen Schwelle von £135 Warenwert pro Sendung: darunter wird VAT beim Verkauf erhoben, darüber fallen Importabgaben bei der Einfuhr an. Norwegen nutzt für B2C-Sendungen bis NOK 3’000 pro Artikel die VOEC-Regelung, sofern die Waren dafür zugelassen sind. Andere Sendungen müssen regulär verzollt werden. MS Direct übernimmt die Zollabwicklung für alle drei Märkte, inklusive Dokumentation, Deklaration, Steuerhandling und Carrier-Koordination.

Wie funktioniert die Verzollung für Sendungen in die Schweiz?

Jede Sendung aus der EU in die Schweiz muss zollrechtlich korrekt angemeldet werden, da die Schweiz nicht zum EU-Zollgebiet gehört. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Zollabgaben und Einfuhrsteuer:

  • Die Schweizer Einfuhrsteuer wird grundsätzlich auf importierten Waren erhoben.
  • Beträgt die Steuer weniger als CHF 5, wird sie nicht erhoben. Das entspricht bei 8.1% MWST rechnerisch rund CHF 65 Warenwert inklusive Transport und bei 2.6% MWST rund CHF 193.
  • Über diesen Werten fällt Einfuhrsteuer an; allfällige Zollabgaben richten sich nach HS-Code, Warenart, Ursprung und Gewicht.
  • Erforderliche Dokumente sind eine korrekte Handelsrechnung, Warenwert, Ursprung, HS-Code und Empfängerdaten.

Wichtige Besonderheit: : Massgebend für die Schweizer Versandhandelsregelung ist nicht der gesamte Umsatz in der Schweiz, sondern der Umsatz aus Kleinsendungen. Erzielt ein Versandhändler pro Jahr mindestens CHF 100’000 Umsatz aus Kleinsendungen vom Ausland in die Schweiz, gelten seine Lieferungen ab dem Folgemonat als Inlandlieferungen. Kleinsendungen sind Sendungen, bei denen die Einfuhrsteuer wegen des Kleinbetrags von maximal CHF 5 nicht erhoben wird. Ab der Eintragung im MWST-Register gelten dann alle Sendungen des Shops ins Inland als Inlandlieferungen, auch jene mit einem Einfuhrsteuerbetrag über CHF 5. Der Shop erhebt die Schweizer Mehrwertsteuer in diesem Fall bereits beim Checkout. Ausländische Unternehmen brauchen dafür grundsätzlich eine Steuervertretung in der Schweiz. Seit dem 1. Januar 2025 kann die ESTV darauf verzichten, wenn die Verfahrenspflichten anderweitig sichergestellt sind.

Merkmal Details
Einfuhrsteuer Schweizer MWST fällt grundsätzlich auf Warenwert, Transportkosten, Zollabgaben und Nebenkosten an.
Kleinbetrag Steuerbeträge bis CHF 5 werden nicht erhoben. Das entspricht einer Bemessungsgrundlage von CHF 62 bei 8.1% MWST oder CHF 193 bei 2.6% MWST.
MWST-Satz 8.1% Normalsatz, 2.6% reduzierter Satz, 3.8% Sondersatz für Beherbergung.
MWST-Pflicht Versandhändler werden ab mindestens CHF 100'000 Jahresumsatz aus Kleinsendungen in die Schweiz im Inland steuerpflichtig.
Plattformbesteuerung Verkaufst du über eine Online-Plattform, kann die Plattform seit dem 1. Januar 2025 als Leistungserbringerin gelten und die Schweizer MWST abrechnen.
Pflichtdokumente Handelsrechnung, Warenwert, Warenbeschreibung, Ursprungsland und HS-Code.
Zolldauer Marktübliche Abwicklung 1 bis 3 Werktage bei korrekter Dokumentation.

Wie funktioniert die Verzollung für Sendungen nach UK?

Seit dem Brexit ist Grossbritannien für EU-Online-Shops ein Drittland. Für B2C-Sendungen gilt als zentrale Schwelle ein Warenwert von £135 pro Sendung.

  • Die £135 beziehen sich auf den Warenwert der gesamten Sendung, nicht auf einzelne Artikel. Transport- und Versicherungskosten zählen nicht mit, sofern sie auf der Rechnung separat ausgewiesen sind. Sind sie im Verkaufspreis enthalten und nicht separat aufgeführt, fliessen sie in die Berechnung ein.
  • Bei Sendungen bis £135 erhebt der Verkäufer die UK-VAT beim Verkauf. Import-VAT fällt an der Grenze nicht an, und die Sendung ist von Zollabgaben befreit. Eine Zollanmeldung bleibt trotzdem erforderlich.
  • Bei Sendungen über £135 fallen Import-VAT und je nach HS-Code Zollabgaben bei der Einfuhr an. Beim Verkauf wird in diesem Fall keine UK-VAT erhoben.
  • Verkaufst du an ein in UK mehrwertsteuerlich registriertes Unternehmen und liegt dir dessen VAT-Nummer vor, rechnet der Käufer die VAT im Reverse-Charge-Verfahren ab.
  • Für die Abwicklung braucht es eine vollständige Commercial Invoice, korrekte Warendaten, HS-Code, Ursprung und je nach Versandweg eine postalische Zollerklärung.
Merkmal Details
Berechnung der Schwelle Warenwert der gesamten Sendung, ohne separat ausgewiesene Transport- und Versicherungskosten und ohne Steuern.
Warenwert bis £135 UK-VAT wird beim Verkauf erhoben. Keine Import-VAT und keine Zollabgaben bei der Einfuhr. Zollanmeldung bleibt nötig.
Warenwert über £135 Import-VAT und Zollabgaben nach HS-Code fallen bei der Einfuhr an. Beim Verkauf wird keine UK-VAT erhoben.
UK-MWST 20% Standardsatz.
B2B-Sendungen Liegt die UK-VAT-Nummer des Käufers vor, rechnet dieser die VAT im Reverse-Charge-Verfahren ab.
Ausnahmen Verbrauchsteuerpflichtige Waren wie Alkohol und Tabak fallen nicht unter die £135-Regelung.
Pflichtdokumente Commercial Invoice, korrekte Warenbeschreibung, HS-Code und EORI-Nummer.
Empfohlene Lieferbedingung DDP, damit Kunden keine zusätzlichen Zoll- oder Steuerkosten bei der Zustellung bezahlen müssen.
Zolldauer Marktübliche Abwicklung 1 bis 3 Werktage bei korrekter Dokumentation.

Ausblick: Die Zollbefreiung bis £135 wird aufgehoben

Wie funktioniert die Verzollung für Sendungen nach Norwegen?

Norwegen ist nicht Mitglied der EU-Zollunion. Für B2C-E-Commerce ist die VOEC-Regelung zentral:

  • Ausländische Online-Shops können für Waren bis NOK 3’000 pro Artikel norwegische VAT bereits beim Kauf erheben und über VOEC abführen, sofern die Waren für VOEC zugelassen sind.
  • Für die Prüfung der Wertgrenze zählt der Warenwert pro Artikel ohne Transport- und Versicherungskosten. Die MWST wird anschliessend auf dem Gesamtbetrag inklusive Versandkosten berechnet.
  • Mehrere Artikel unter der Wertgrenze dürfen in einer Sendung zusammengefasst werden, auch wenn der Gesamtwert höher liegt.
  • Nicht zugelassene Waren, Artikel über NOK 3’000 und B2B-Sendungen werden regulär importverzollt.
  • Seit 1. Januar 2024 gibt es keine praktische 350-NOK-Freigrenze mehr ausserhalb von VOEC; Waren ausserhalb der VOEC-Regelung müssen ab dem ersten Wert deklariert werden.
Merkmal Details
VOEC-Grenze VOEC gilt für B2C-Waren bis NOK 3'000 pro Artikel. Die Grenze gilt je Artikel, nicht pro Sendung.
Berechnung der Wertgrenze Massgebend ist der Warenwert pro Artikel ohne Transport- und Versicherungskosten. Für die MWST-Berechnung zählt der Gesamtbetrag inklusive Versand.
VOEC-Registrierung Verpflichtend ab NOK 50'000 Umsatz mit norwegischen Empfängern innerhalb von 12 Monaten. Freiwillige Registrierung ist vorher möglich.
Norwegische MWST 25% Standardsatz, wird bei VOEC-Sendungen direkt beim Kauf erhoben.
Vereinfachte Zollabwicklung VOEC-registrierte Sendungen werden vereinfacht abgewickelt, wenn die Ware unter VOEC fällt und die VOEC-Nummer korrekt digital übermittelt wird.
Nicht-VOEC-Sendungen Artikel über NOK 3'000 oder ausgeschlossene Waren müssen regulär importverzollt werden.
Zolldauer Marktübliche Abwicklung 1 bis 3 Werktage bei korrekter Dokumentation und sauberer Datenübermittlung.

Was ist der Unterschied zwischen DDP und DAP?

DDP und DAP sind die beiden gebräuchlichsten Incoterms im E-Commerce. Incoterms regeln, wer für Gebühren, die beim Import anfallen, aufkommen muss. 

  • DDP (Delivered Duty Paid) bedeutet: Zölle, Steuern und Gebühren sind vor der Lieferung geregelt. Der Empfänger erhält die Sendung ohne Nachzahlung.
  • DAP (Delivered At Place) bedeutet: Der Empfänger zahlt fällige Abgaben bei Zustellung oder vor Freigabe der Sendung. Bei DAP sollten die zusätzlich anfallenden Kosten unbedingt vorab kommuniziert werden.

Für die Schweiz, UK und Norwegen empfiehlt MS Direct klar DDP, da es im E-Commerce eindeutig die bessere Customer Experience bietet. Voraussetzung dafür ist, dass die steuerliche und zollrechtliche Struktur sauber aufgesetzt sind. 

Was ist eine UID-Nummer und wann brauche ich sie für die Schweiz?

Die UID ist die Schweizer Unternehmens-Identifikationsnummer. Für die MWST ist relevant, ob ein Unternehmen in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig wird. Im Versandhandel entsteht eine Schweizer MWST-Pflicht insbesondere, wenn ein Versandhändler pro Jahr mindestens CHF 100’000 Umsatz aus Kleinsendungen in die Schweiz erzielt, also aus Sendungen, bei denen die Einfuhrsteuer wegen des Kleinbetrags von maximal CHF 5 nicht erhoben wird. Ab dem Folgemonat gelten die Lieferungen dann als Inlandlieferungen. Die MWST-Nummer basiert auf der UID im Format CHE-xxx.xxx.xxx MWST.

Brauche ich eine EORI-Nummer für den Versand nach UK?

Für UK ist eine EORI-Nummer für Unternehmen relevant, die Waren bewegen, Zollanmeldungen abgeben oder jemanden mit Zollprozessen beauftragen. Für Einfuhren nach Grossbritannien wird in der Regel eine GB-EORI benötigt. Eine EU-EORI kann zusätzlich für Exportprozesse aus der EU relevant sein.

Muss ich mich für das VOEC-Verfahren anmelden für den Versand nach Norwegen?

Ja, wenn du als ausländischer Online-Shop B2C-Waren bis NOK 3’000 pro Artikel an norwegische Privatkunden verkaufst und mit norwegischen Empfängern innerhalb von 12 Monaten mehr als NOK 50’000 Umsatz erzielst. Die Registrierung im VOEC-Register ist ab dieser Umsatzgrenze verpflichtend.

Eine freiwillige Registrierung ist bereits vorher möglich und oft sinnvoll, weil Kunden die norwegische MWST direkt beim Kauf bezahlen. Die Sendung läuft dann über eine vereinfachte Zollabwicklung.

Artikel über NOK 3’000 oder Waren, die nicht unter VOEC fallen, müssen regulär importverzollt werden.

Wie lange dauert die Zollabwicklung bei Schweiz-, UK- und Norwegen-Sendungen?

Marktüblich dauert die Zollabwicklung bei korrekter Dokumentation in allen drei Ländern 1 bis 3 Werktage. Bei Kontrollen oder unvollständigen Daten kann es länger dauern.

Sendungen über MS Direct werden in der Regel innerhalb eines Tages verzollt. Möglich macht das der eigene Zollbetrieb an den Standorten Pratteln und St. Gallen: Deklaration, Datenprüfung und Abfertigung laufen im eigenen Haus und nicht über einen zwischengeschalteten Dienstleister.

Entscheidend sind vollständige Daten: HS-Code, Warenbeschreibung, Warenwert, Ursprung, Empfängerangaben, Incoterms und steuerliche Kennzeichen wie VOEC oder EORI.

Fehlerhafte oder unvollständige Daten können zu Verzögerungen, Nachfragen, Lagergebühren oder Rücksendungen führen. MS Direct prüft die relevanten Daten vor dem Versand und reduziert dadurch operative Klärfälle.

Bin ich als Retailer verantwortlich für die Einhaltung der Zollformalitäten?

Wer die Zollformalitäten übernimmt, hängt vom Setup und von der vereinbarten Lieferbedingung ab. Bei DAP liegt die Einfuhrabfertigung grundsätzlich beim Empfänger, der die Abgaben bei Zustellung bezahlt. Bei DDP übernimmt der Verkäufer die Einfuhr, die Deklaration und die Abgaben.

Dazu kommt die steuerliche Registrierung im Zielmarkt. Ist ein Shop in der Schweiz unter der Versandhandelsregelung eingetragen, gilt er als Importeur und kann die Einfuhrsteuer als Vorsteuer geltend machen. In UK rechnet der Verkäufer bei Sendungen bis £135 die UK-VAT beim Verkauf ab. In Norwegen erhebt der VOEC-registrierte Shop die norwegische MWST beim Checkout.

Unabhängig vom Setup bleibt der Shop für korrekte Daten verantwortlich: HS-Code, Warenbeschreibung, Warenwert, Ursprung, Empfängerangaben und Lieferbedingung. Ein Dienstleister, der auf Cross-border E-Commerce spezialisiert ist, kennt die geltenden Bestimmungen und klärt vorab, wer in deinem Setup als Importeur auftritt. Bei MS Direct bedienst du über eine Schnittstelle mehrere Länder ausserhalb der EU, darunter die Schweiz, Grossbritannien und Norwegen.

Welche Lösungen für den rechtssicheren Versand in die Schweiz, nach UK und Norwegen gibt es?

Für die Zollabwicklung von E-Commerce-Sendungen in die Schweiz, nach UK und nach Norwegen gibt es verschiedene Ansätze:

  • reine Versand-Dienstleister
  • spezialisierte Zolldienstleister
  • spezialisierte Fiskalvertreter
  • Full-Service-Anbieter
  • MS Direct deckt als Full-Service-Anbieter alle Prozessschritte im Cross-border Versand ab, vom Datenmanagement über Verzollung, Versand, Mehrwertsteuerabrechnung und lokale Retourenverarbeitung bis zur Transportanalyse. MS Direct unterscheidet sich gegenüber anderen Anbietern durch drei Hauptmerkmale:

    • Modulare Lösung: Kunden können einzelne Dienstleistungen buchen und flexibel erweitern oder die ganze End-to-End Lösung beanspruchen.
    • Multi-Country-Solution: Für Versände in die Schweiz, nach UK und Norwegen verbindet MS Direct alle Dienstleistungen wie Zolldaten, Mehrwertsteuer und Versandsteuerung in einem Prozess. Darüber hinaus findest du alle deine Dokumente revisionssicher an einem Ort abgelegt.
    • Lokale Retourencenter: Retouren können in allen drei Ländern lokal entgegengenommen und verarbeitet werden. Das verbessert die Customer Experience und gibt dir mehr Kontrolle über Klärfälle und Rückzahlungen.

Planst du die Expansion in die Schweiz, nach UK oder Norwegen? Wir übernehmen Versand, Verzollung, Mehrwertsteuerabwicklung, Fiskalvertretung und Retouren aus einer Hand.

Wir freuen uns über Ihre Nachricht!

„Seit 2008 bin ich bei MS Direct und habe in dieser Zeit zahlreiche Online-Shops beim Markteintritt in die Schweiz und in UK begleitet. Lass uns deine Situation gemeinsam anschauen.“

Peter Egger
VP Growth