Die Incoterms 2020 umfassen 11 Regeln in zwei Gruppen. Sieben Regeln gelten für jede Transportart: EXW, FCA, CPT, CIP, DAP, DPU und DDP. Vier Regeln gelten ausschliesslich für den See- und Binnenschiffstransport: FAS, FOB, CFR und CIF. Jede Regel legt unterschiedlich fest, wie Aufgaben, Kosten und Risiken zwischen der verkaufenden und der kaufenden Partei verteilt sind.
Nein, eine offizielle Version mit der Bezeichnung «Incoterms 2026» existiert nicht. Aktuell gelten weiterhin die Incoterms 2020. Verträge sollten ausdrücklich auf die verwendete Fassung verweisen, damit eindeutig ist, welche Regeln gelten.
Incoterms regeln weder den Eigentumsübergang an der Ware noch Zahlungsbedingungen oder Folgen einer Vertragsverletzung. Ebenso wenig legen sie automatisch fest, wer steuerliche Pflichten wie eine Mehrwertsteuer-Registrierung erfüllen muss. Diese Punkte müssen im Kaufvertrag oder durch weitere Vereinbarungen und die jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben geregelt werden. Incoterms ergänzen damit den Vertrag, ersetzen ihn aber nicht.
Der Incoterm regelt unter anderem, welche Partei für die Importabfertigung und die damit verbundenen Kosten verantwortlich ist. Bei DDP liegt diese Verantwortung grundsätzlich bei der verkaufenden Partei, bei DAP bei der kaufenden Partei. Der gewählte Incoterm ersetzt jedoch keine steuerliche Registrierungspflicht. Je nach Zielmarkt kann beispielsweise eine Mehrwertsteuer-Registrierung oder Fiskalvertretung erforderlich sein. MS Direct bildet entsprechende Aufgaben in der Cross-border-Lösung CrossborderX über die Module Clear für die Verzollung und Tax für die Mehrwertsteuerabwicklung ab.
Im B2C-Cross-border-Versand kann DDP sinnvoll sein, wenn Kundinnen und Kunden bei der Zustellung nicht mit zusätzlichen Einfuhrabgaben konfrontiert werden sollen. Bei DDP übernimmt grundsätzlich die verkaufende Partei die Importabfertigung und die damit verbundenen Einfuhrabgaben. Bei DAP übernimmt dagegen grundsätzlich die kaufende Partei diese Pflichten und Kosten. Im Endkundengeschäft kann dies dazu führen, dass bei der Einfuhr zusätzliche Kosten für die Kundinnen und Kunden entstehen. Welche Lösung sich eignet, hängt unter anderem vom Zielmarkt und dem gewählten Cross-border-Setup ab.